Ein Rückblick
Danke für die letzten Jahre.
Nun ist er tatsächlich da, der Tag an dem ich mein Amt als Ortsgruppen Vorsitzender zur Verfügung stelle. Wir haben in den letzten Jahren gemeinsam sehr viel bewegt, neue Ideen, neue Themen, modernere Strukturen.
Ich blicke auf eine bewegte und 30 jährige Zeit als Interessensvertreter zurück, auch als Betriebsrat habe ich mich entschieden, den Platz frei zu machen für Neues, andere Themen die junge Menschen bewegen und für die sie die Chance haben sollen, sich zu entwickeln und durchzusetzen, wie einst ich.
Als junger Mann machte ich einst eine handwerkliche Ausbildung, in dem der Platz für die Eisenbahn noch nicht da war. Früh ging ich in die Industrie um dort fortan bereits mit 18 Jahren in den Betriebsrat gewählt zu werden, die Themen waren andere, Lohndumping, Arbeitsplatzverluste, Leiharbeit. Der tägliche Kampf in der freien Wirtschaft ums Überleben. Früh war ich Mitglied im Landesvorstand der NGG, eigentlich war mein Weg schon geplant, doch meist kommt es anders und dann noch als man denkt. Bereits mit einem Stipendium der NGG ausgestattet für ein Soziologie Studium und anschließender Beschäftigung als Gewerkschaftssekretär warf mich eine schwere Krankheit zurück. So war danach das Stipendium dahin. Dennoch habe ich nie aufgehört meiner Berufung nachzugehen, gute Gewerkschaftsarbeit und Betriebsratsarbeit. Ab 2009 wurde ich im Berufsbildungsausschuss der Handwerkskammer Karlsruhe Arbeitnehmervertreter.
2011 rief mich die Eisenbahn, ich ging zur AVG und konnte mich fast nicht wehren, auch dort wieder Mitglied des Betriebsrates zu werden. Was dann ab 2011 mit der GDL in der AVG passierte und wie sich die OG Karlsruhe entwickelt hat, ist Geschichte und schwer in Worte zu fassen.
Ich bin unfassbar stolz diesen Schritt gemacht zu haben, ich bin unfassbar dankbar für alle meine Weggefährten, ich bin sehr stolz ein Teil dieser Gewerkschaft geworden zu sein und zu bleiben. Doch nun ist es an der Zeit den Weg frei zu machen und mir die Zeit zu nehmen, die ich vielleicht die letzten Jahre für meine Familie zu wenig da war. Obwohl auch ihr Alle ein Teil meiner Familie seid.
Ich bleibe mir selbst treu, Betriebsrat und Gewerkschaft müssen sich stetig weiter entwickeln und offen sein für neue junge Themen. Da muss der Platz immer frei sein und nicht von alten Hasen wie mir blockiert werden. Alte Hasen wie ich gehören da hin wo sie beraten können und unterstützen, als Rückhalt und Expertise in schwierigen Fragen. Gestalten müssen fortwährende Generationen.
Danke für alles
Marcus Grün












